Varroabehandlung

Hier erfahren Sie alles über Varroabehandlung und was man gegen die nervigen Parasiten machen kann!

Was ist eigentlich eine Varroabehandlung?

Bei der Varroa handelt es sich um eine Milbe welche sich mittlerweile in fast jedem Bienenvolk befindet und welche der Biene bereits in der Entwicklungsphase enorm zusetzt.

Als Varroabehandlung bezeichnet man nun ein Vorgehen gegen diese Milben, um den Bienen nicht nur das Leben zu erleichtern, sondern überhaupt das Überleben zu sichern. Hierzu gibt es eine Vielzahl an Verfahren zur Varroabekämpfung.

Woher kommt die Varroa Milbe?

Die Varroa Milbe kommt ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum und wurde, wie so viele andere Lebewesen auch, bei uns eingeschleppt. In den Herkunftsländern der Varroa richtet diese gar nicht einmal so einen großen Schaden wie bei uns in Europa an, da die Bienen dort andere Entwicklungszeiten haben. Bei uns kann die Varroamilbe verheerenden Schaden anrichten und geschwächte Bienenvölker somit sogar zum Tode verurteilen.

Grundlegende Informationen zur Varroa Milbe

  • Varroa Milben vermehren sich in den verdeckelten Brutzellen der Bienen. Hierzu legt die Varroamilbe ein Ei in eine bebrütete Zelle bevor diese verschlossen wird.
  • Varroa Milben entwickeln sich schneller als Bienen und saugen sich somit schon an den Puppen bzw. Maden in den Zellen fest wodurch schwache, kurzlebige und geschädigte Bienen das Resultat sein können.
  • Varroa Milben ernähren sich vom Blut der erwachsenen Bienen oder der Bienenbrut.

Wann ist die Vermehrung der Varroa Milben am stärksten?

Die Entwicklung der Varroa ist vom Frühjahr bis zum Herbst am stärksten. Hier steigt der Milbenbefall Monat für Monat an. Man könnte sagen, die Varroa entwickelt sich parallel zu den Bienen am stärksten. Die Entwicklung der Varroa findet in der Arbeiterinnenbrut und der Drohnenbrut statt.

Ab wann sollte ein Varroa Befall behandelt werden?

Hier gibt es viele, unterschiedliche Meinungen. Manche sagen, dass eine Behandlung ab einem Abfall von 10 Milben pro Tag notwendig ist. Ab einem Abfall von 5 Milben pro Tag sollte man dies dann genauer im Auge behalten. Wie auch immer der genaue Abfall sein mag, ganz wichtig ist auf alle Fälle eine Behandlung nach der Honigernte im Sommer/Herbst. Diese Behandlung sollte auf keinen Fall zu weit nach hinten verschoben werden, da hier der Varroa Druck auf das ganze Jahr gesehen wohl am höchsten ist. Eine weitere Pflichtbehandlung ist dann meistens im Winter notwendig.

Expertentipp: Der Varroaabfall sollte am besten nach jeder Behandlung kontrolliert werden. Nur so kann festgestellt werden, ob die eingesetzte Methode auch den gewünschten Erfolg gebracht hat. Hierzu gibt es in unserem Shop spezielle Gitterböden, welche bereits eine Kontrolllade integriert haben. Ansonsten hat sich auch unsere Varroatasse zum Nachrüsten sehr gut bewährt.

Mit welchen Maßnahmen kann eine Varroabehandlung durchgeführt werden?

Es gibt verschiedenste Varroa Behandlungsmittel und dazu passende Varroa Behandlungsmethoden bis hin zum kompletten Varroa Behandlungskonzept. Einige davon möchten wir hier erklären:

Varroabehandlung mit Ameisensäure

Hierbei wird eine Ameisensäure mit 60-85% zum Verdunsten gebracht. Möglich ist dies mit so genannten Verdunstern. Die gängigsten Modelle hierzu sind:

  • Nassenheider Verdunster Rähmchenmontage
  • Nassenheider Verdunster Proffessional
  • Universal Verdunster
  • Liebig Verdunster

Die Behandlung mit Ameisensäure kann sehr wirksam sein, ist jedoch sehr wetter- und temperaturabhängig. Die Kunst hierbei liegt darin, die verwendete Menge an Ameisensäure konstant über einen bestimmten Zeitraum zur Verdunstung zu bringen. Die Behandlung mit Ameisensäure sollte immer von oben erfolgen.

Ganz wichtig! Ameisenssäure ist ätzend! Säurefesten Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht! Beides erhalten Sie auch bei uns im Shop.

Varroabehandlung mit Oxalsäure

Oxalsäure gibt es als Lösung fertig zur Anwendung. Außerdem befindet sich diese auch in vielen anderen Kombiprodukten zur Varroabehandlung. Die Behandlung mit Oxalsäure wird meistens mit der Träufelmethode durchgeführt. Hierzu wird, je nach Zusammensetzung, eine bestimmte Menge an Oxalsäure in die Wabengassen geträufelt. Gängige Produkte, welche ebenfalls Oxalsäure als Wirkstoff beinhalten, sind Bienenwohl oder VarroMed.

Oxalsäure kann auch verdampft werden. Dies Methode findet meistens an einem wärmeren Tag im Winter Anwendung. Hierzu gibt es spezielle Verdampfungsgeräte, wie z.B. den GTM Verdampfer oder den VarroxVerdampfer. Hierbei bitte auch unbedingt die Gebrauchsanweisungen beachten. Atemschutzmaske ist Pflicht!

Drohnenbrutentnahme zur Varroabehandlung

Bei der Drohnenbrutentnahme setzt man eine Drohnen Mittelwand im Bienenvolk ein. Die Varroa konzentriert sich verstärkt auf Drohnenzellen und durch Ausscheiden dieser Zellen aus dem Bienenvolk hat man die Varroa auch etwas reduziert.

Bannwabenverfahren

Hierzu wird die Königin in eine Bannwabentasche gesperrt und die Brut, und somit auch die Varroa, konzertiert auf den Waben in der Bannwabentasche gehalten. Diese Rähmchen in der Bannwabentasche können dann gesondert behandelt, oder eben auch aus dem Stock ausgeschieden werden.

Varroabehandlung mit Milchsäure

Dies wird gerne bei Schwärmen eingesetzt. Hierzu wird der gefangene Schwarm einfach mit einem Wasserzerstäuber besprüht, in den man eine gebrauchsfertige Milchsäure (bei uns erhältlich) einfüllt.

Varroabehandlung mit Streifen

Bei dieser Methode werden im Handel erhältliche Streifen (z.B. Api Life Var oder Thymol Streifen) einfach auf die oberste Zarge gelegt. Als Wirkstoff dient oft Thymol. Es sind aber auch Streifen mit chemischen Substanzen erhältlich, welche meistens nur über den Tierarzt erhältlich sind.

Varroabehandlung – Tipps gegen die gefährliche Milbe

Bei der Varroabehandlung sollte man sich gut überlegen, mit welcher Methode man vorgehen will. Jedes Produkt hat seine Vor- und Nachteile und eine allgemeingültige Aussage kann leider nicht getroffen werden. Wichtig zu bedenken ist, dass gewisse Behandlungsmittel Rückstände hinterlassen und man diese möglichst meiden sollte, um eine möglichst natürliche Bienenhaltung zu gewährleisten.